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Verdienstausfallschaden nach Verkehrsunfall

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte unter Az. 1 U 68/19 über den Verdienstausfallschaden eines unverschuldet schwerverletzten Unfallopfers zu entscheiden. Einleitend hat das Oberlandesgericht bestĂ€tigt, dass der Anspruch auf Verdienstausfallschaden auch dauerhaft sein kann. lst der GeschĂ€digte ein Schüler, ist eine SchĂ€tzung anhand konkreter Berufswünsche möglich. Die Berufswünsche müssen aber vom GeschĂ€digten ausreichend vorgetragen und unter Beweis gestellt werden.

lm entschiedenen Fall war ein Schüler Beifahrer in einem Auto, das verunfallte. Der jugendliche GeschĂ€digte erlitt ein SchĂ€del-Hirn-Trauma, musste über Monate stationĂ€r und auf Dauer wiederholt ambulant behandelt werden. Vor dem Unfall hatte er die 12. Klasse des Gymnasiums besucht. Die Schulausbildung konnte er nicht bis zum Abitur zu Ende führen. Er hatte dann anstatt des ursprünglichen Berufswunsches ,,Wirtschaftspsychologe“ den Beruf eines ,,gestaltungstechnischen Assistenten“ erlernt.

Er verlangt gerichtlich den Ennrerbsschaden in Höhe des Einkommens eines Wirtschaftspsychologen ersetzt. Das Gericht hat die Klage abgewiesen, weil nicht schlüssig vorgetragen war. Der KlĂ€ger hĂ€tte den hypothetischen Verlauf seines Erwerbslebens bis ins Einzelne darlegen und durch weitere Angaben, Argumente und Aussagen von Familienangehörigen, Ausbildern und Lehrern unterfüttern müssen. Er hĂ€tte zu seinem besonderen lnteresse an psychologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen vortragen müssen. Auch hat er nicht dargelegt, dass er sich durch Literatur oder lnternet über den Beruf des Wirtschaftspsychologen und seine TĂ€tigkeitsfelder, Verdienst- und Karrieremöglichkeiten informiert hĂ€tte. Auch fehlten Angaben zu den schulischen Leistungen.

Das Oberlandesgericht hat aufgezeigt, dass es bei Geltendmachung eines Erwerbsschadens unerlÀsslich ist, sich durch einen Fachanwalt vertreten zu lassen und ausreichend vorzutragen.

Mitgeteilt von Klaus Leinenweber
Fachanwalt für Verkehrsrecht