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Streitiger Auffahrunfall

Das Amtsgericht Freudenstadt hat mit Urteil vom 06.07.2022, AZ: 5 C 59/21, einen streitigen Verkehrsunfall entschieden.

 

Zwischen den Unfallbeteiligten war streitig, ob der Vordermann r√ľckw√§rts oder der Hintermann vorw√§rts aufgefahren war. Beide Beteiligten haben sich gegenseitig die Schuld am Zustandekommen des Verkehrsunfalles zugesprochen. Das Gericht hat Beweis erhoben und festgestellt, dass der Hintermann in jedem Fall gefahren sein muss und deshalb den Hintermann verurteilt mit dem Argument, dass gegen diesen der Anscheinsbeweis streitet.

 

Nach Auffassung des Gerichts haftet der Auffahrende allein, auch wenn eine m√∂gliche R√ľckw√§rtsfahrt des Vordermannes offen bleibt. Das Gericht hatte vor der Entscheidung ein Sachverst√§ndigengutachten eingeholt. Der Gutachter hat nachgewiesen, dass das kl√§gerische Fahrzeug zum Ansto√üzeitpunkt zwingend vorw√§rts gefahren sein muss. Der Sachverst√§ndige konnte nicht ausschlie√üen, dass auch der Vordermann m√∂glicherweise zur√ľckgerollt war. Darauf muss es nicht ankommen, weil nach dem Anscheinsbeweis ein Auffahren des hinteren Fahrzeuges feststeht. Die vom vorausfahrenden Fahrzeug ausgehende Mithaftung unter dem Gesichtspunkt der Betriebsgefahr hatte v√∂llig zur√ľckzutreten.

 

 

 

Mitgeteilt von
Klaus Leinenweber
Fachanwalt f√ľr Verkehrsrecht