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Sekundenschlaf-Entziehung der Fahrerlaubnis

Sehr hÀufig kommt es zu UnfÀllen durch sog. Sekundenschlaf, weshalb dieses Thema sehr hÀufig die Gerichte beschÀftigt.

Es gilt zu klĂ€ren, ab wann extreme MĂŒdigkeit oder die Äußerung des Unfallverursachers nach einem Unfall, wonach Sekundenschlaf die Ursache gewesen sein kann, eine Strafbarkeit wegen VerkehrsgefĂ€hrdung eröffnet. Es sei den Unfallverursachern dringend angeraten, von dem Schweigerecht nach einem Verkehrsunfall Gebrauch zu machen, getreu dem Thema „Schweigen ist Gold, Reden ist Silber
“.

Aktuell hat sich das Landgericht Potsdam, Az. 25 Qs 42/21, mit dem Thema beschĂ€ftigt. Es ging um Sekundenschlaf als Symptom einer Unterzuckerung aufgrund eines Fastens. Der Beschuldigte war wĂ€hrend der Fahrt am Steuer eingenickt, als er beim Aufwachen ein parkendes Auto bemerkte und in einer Ausweichbewegung zwei parkende Fahrzeuge beschĂ€digte. Das Amtsgericht hat den Beschuldigten wegen GefĂ€hrdung des Straßenverkehrs vorlĂ€ufig die Fahrerlaubnis entzogen, weil der Unfallverursacher nach dem Unfall geĂ€ußert habe, er sei „weggenickt“, er habe einen „Blackout“ erlitten. Das Gericht hat die Entscheidung begrĂŒndet mit der Tatsache, dass bei einem solchen Ausfall eine VorankĂŒndigung (MĂŒdigkeit) vorangehen muss. Es wĂ€re dann Pflicht des Autofahrers gewesen, sofort die Fahrt zu unterbrechen. Der Autofahrer hat Beschwerde eingelegt mit der BegrĂŒndung, es sei plötzlich zu einer Unterzuckerung gekommen, er habe aufgrund des Fastenmonats Ramadan weder getrunken noch gegessen. Das Landgericht hat auf die Beschwerde den Beschluss des Amtsgerichts aufgehoben. Eine Unterzuckerung könne Kopfschmerzen, MĂŒdigkeit, Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht auslösen, diese Symptome könnten auch plötzlich auftreten. Dass die Unterzuckerung nicht auf das Fasten zurĂŒckzufĂŒhren sei, war nicht feststellbar. Es war deshalb von einer Ausnahmesituation auszugehen. Es bestand auch keine Wiederholungsgefahr.

Fazit: Es muss stets die Ursache fĂŒr Sekundenschlaf nĂ€her betrachtet und gewĂŒrdigt werden! Dem Verkehrsteilnehmer muss immer klar sein, dass er bei Sekundenschlaf den FĂŒhrerschein riskiert.

mitgeteilt von
Klaus Leinenweber
Fachanwalt fĂŒr Verkehrsrecht