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Geschwindigkeitsmessungen durch Nachfahren

Die Polizeistreife folgte einem Autofahrer innerorts mit einem Zivilfahrzeug über eine Fahrstrecke von ca. 1,2 km mit einem Abstand von ca. 60-70 m. Der Tacho des Fahrzeugs war nicht justiert. Die Polizeibeamten haben eine gleichbleibende Geschwindigkeit von 105 km/h abgelesen.

Das Amtsgericht hat eine Toleranz von 20 % abgezogen und wegen einer ├ťberschreitung der zul├Ąssigen Geschwindigkeit innerorts von 34 km/h ein Fahrverbot angeordnet.

Der betroffene Autofahrer hat mit Erfolg Einspruch eingelegt. Das Oberlandesgericht K├Âln hat mit Beschluss vom 03.12.2021, Az. RBs 254/21, best├Ątigt, dass regelm├Ą├čig ein erster Toleranzabzug von der abgelesenen Geschwindigkeit von 10 % zuz├╝glich 4 km/h f├╝r m├Âgliche Eigenfehler des Tachometers sowie ein weiterer Toleranzabzug zwischen 6 und 12 % der abgelesenen Geschwindigkeit erforderlich ist, um weiteren Fehlerquellen, wie Ablesefehler, Abstandsver├Ąnderungen, Beschaffenheit des Fahrzeuges zu begegnen. Deshalb lohnt es, den Toleranzabzug einer genauen Pr├╝fung zu unterziehen.

mitgeteilt von
Klaus Leinenweber
Fachanwalt f├╝r Verkehrsrecht