Leinenweber_Rechtsanwaelte_Strafrecht_Rechtsgebiet_Pirmasens_Kaiserslautern_Landau_blog_neuigkeiten_Reisekostenerstattung nach Stornierung der Reise in Folge der COVID-19-Pandemie

Reisekostenerstattung nach Stornierung der Reise in Folge der COVID-19-Pandemie

Im Zuge der Corona Pandemie ergingen zahlreiche Entscheidungen im Bereich des Pauschalreiserechts. Dahingehend war zunehmend eine verbraucherfreundliche Tendenz der Gerichte im Hinblick auf die R√ľckerstattung von bereits geleisteten Anzahlungen erkennbar. Auch die Rechtsanw√§lte Leineweber konnten insofern mit Urteil des Amtsgerichts Leipzig vom 7.4.2021, Aktenzeichen: 109 C 4847/20 erfolgreich eine Reisekostenr√ľckerstattung durchsetzen.

Im Verfahren machten die Kl√§ger die R√ľckzahlung einer Anzahlung f√ľr eine gebuchte Reise gegen√ľber dem Reiseveranstalter geltend. Die Reise wurde Anfang des Jahres 2020 in die T√ľrkei und sollte im Juli des Jahres 2020 stattfinden. Nachdem dann jedoch das Ausw√§rtige Amt infolge des Ausbruchs der Corona Pandemie am 17.3.2020 eine weltweite ‚Äď und damit auch f√ľr das Reiseziel der Kl√§ger geltende Reisewarnung ‚Äď herausgab, entschieden sich Kl√§ger dann die Reise selbst zu stornieren und verlangten ihre bereits geleistete Anzahlung zur√ľck. Die Stornierung erfolgte ca. drei Wochen vor Reiseantritt.

Der Reiseveranstalter war insofern der Auffassung, dass ein R√ľcktritt grunds√§tzlich m√∂glich sei, aufgrund des Zeitraums m√ľsse der Reisekunde jedoch eine entsprechende Stornierungsentsch√§digung leisten. Das Amtsgericht Leipzig hielt jedoch den R√ľckerstattungsanspruch zu Recht f√ľr begr√ľndet, danach der gesetzlichen Konzeption f√ľr den Reisekunden unter den konkreten Umst√§nden ein R√ľcktritt m√∂glich sein muss ohne den Veranstalter im Gegenzug daf√ľr entsch√§digen zu m√ľssen. Durch die Corona Pandemie habe n√§mlich ein konkretes Risiko f√ľr einen erheblichen Gesundheitsschaden bestanden, da am Reiseort im Vergleich zum Wohnort des Reisenden und der Zeit der Reisebuchung ein deutlich erh√∂htes Ansteckungsrisiko bestanden habe.

Die Kläger als Reisekunden obsiegten daher im Prozess. Das Gericht hat dahingehend die Verbraucherrechte gestärkt und klargestellt, dass der Reisende keine gesundheitlichen Risiken in Kauf nehmen muss, wenn er nicht auf seinen verauslagten Kosten sitzen bleiben möchte.

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Dr. Jan-Philipp Schmidt