Motorentuning ‚Äď Verlust des Versicherungsschutzes?

Leinenweber_Rechtsanwaelte_Strafrecht_Rechtsgebiet_Pirmasens_Kaiserslautern_Landau_blog_neuigkeiten_Motorentuning ‚Äď Verlust des Versicherungsschutzes

Das Oberlandesgericht Saarbr√ľcken hat mit Urteil vom 04.03.2020, Aktenzeichen 5 U 64/19 entschieden, dass der Einbau eines anderen Fahrzeugmotors und die anschlie√üende Benutzung des versicherten Fahrzeuges eine beachtliche Gefahrerh√∂hung in der Fahrzeug-Kaskoversicherung darstellt, wenn die Leistung des neuen Motors erheblich h√∂her ist.

Im vorliegenden Falle hatte der Kläger seinen Sportwagen Chevrolet Corvette vollkaskoversichert. Bei Versicherungsbeginn hatte der Motor eine Leistung von 179 kW = 243 PS, bei einem späteren Unfall war das Fahrzeug mit einem stärken Motor ausgestattet, der es auf 298 kW = 405 PS brachte.

Das Gericht hat mit √ľberzeugenden Gr√ľnden aufgezeigt, dass es sich bei dem Einbau des st√§rkeren Motors um eine Gefahrerh√∂hung handelt, die anzeigepflichtig war. Unterl√§sst der Versicherungsnehmer die Anzeige, riskiert er den Versicherungsschutz.

Allerdings hat das Gericht entschieden, dass der Vollkaskoversicherer den Anspruch nicht vollumf√§nglich zur√ľckweisen darf. Er war jedoch berechtigt, wegen der unterlassenen Anzeige des Einbaus des starken Motors den Anspruch des Versicherungsnehmers auf Erstattung des Fahrzeugwertes um 2/3 zu k√ľrzen. Im vorliegenden Falle wurde durch Sachverst√§ndigengutachten zudem bewiesen, dass der Unfall mit dem Originalmotor nur dann passiert w√§re, wenn der Versicherungsnehmer das Gaspedal zumindest 1-2 Sekunden voll durchgedr√ľckt h√§tte. Damit kam f√ľr das Gericht das wesentlich h√∂here Gef√§hrdungspotenzial des neuen Motors zum Ausdruck.

Fazit: Jede √Ąnderung am Fahrzeug nach Abschluss des Vollkaskoversicherungsvertrages sollte dem Versicherer angezeigt werden.

Mitgeteilt von
Rechtsanwalt Klaus Leinenweber
Pirmasens, den 11.05.2021 L/sla