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Keine Erstattung des Reisepreises bei Abbruch der Reise wegen Quarantäneanordnung

Das Amtsgericht M√ľnchen hat mit Urteil vom 16.12.2021‚Äď 172 C 23599/20 ‚Äď die Verbraucherrechte der Reisenden im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie geschw√§cht.

Es hat entschieden, dass die Anordnung der Quarant√§ne gegen√ľber einem Reisenden bei Kontakt mit einer COVID-19 infizierten Person durch die √∂rtlichen Beh√∂rden eine Auspr√§gung des allgemeinen Lebensrisikos im Rahmen der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie darstellen.

Der Reisende habe deshalb auch keinen Anspruch auf eine Erstattung des Reisepreises aus dem Reisevertrag, wenn die Reise aufgrund der Quarantäne vorzeitig abgebrochen werden muss und die Reiseleistungen nicht Anspruch genommen werden.

Im konkreten Fall buchten die Kl√§ger eine Pauschalreise nach Zypern vom 08.03.2020 ‚Äď 22.03.2020. W√§hrend der Reise infizierte sich ein Mitreisender mit COVID-19, weshalb die √∂rtlichen Beh√∂rden in Zypern f√ľr alle Reiseg√§ste eine 14-t√§gige Quarant√§ne anordnete. Die Kl√§ger verlangten dahingehend eine Minderung bzw. R√ľckerstattung des Reisepreises mit der Begr√ľndung, dass der Veranstalter verschuldensunabh√§ngig f√ľr das Gelingen der Reise hafte.

Das Amtsgericht war jedoch der Auffassung, dass das Infektionsrisiko kein reisespezifisches Risiko, sondern eine Ausprägung des allgemeinen Lebensrisikos darstelle.

In solchen F√§llen k√∂nnen die f√ľr den Reisekunden durchaus unbefriedigenden finanziellen Folgen jedoch durch eine Reiser√ľcktritts- bzw. Reiseabbruchversicherung abgefedert werden. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, da viele Versicherungen eine Ausschlussklausel f√ľr Pandemien in Ihren Versicherungsbedingungen verankert haben.

  • Mitgeteilt von RA Dr. Schmidt