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Gewährleistung beim Hundekauf

Das BGB schreibt vor, dass Hunde rechtlich wie Sachen behandelt werden, so dass das Gew√§hrleistungsrecht insgesamt auf den Verkauf von Hunden anzuwenden ist. Der Z√ľchter, der Welpen verkauft, wird rechtlich als Unternehmer qualifiziert. Er haftet nach den Vorschriften √ľber den Verbrauchsg√ľterkauf und kann seine Haftung nicht ausschlie√üen.

Wann liegt ein Mangel vor?Der Gesetzgeber hat den Mangel definiert als eine Abweichung der Ist-Beschaffenheit von der Soll-Beschaffenheit.

Dabei bestehen selbstverst√§ndlich gr√∂√üere Unterschiede zwischen einem Welpenkauf oder den Kauf eines √§lteren oder ‚Äěgebrauchten‚Äú Hundes:

  1. Tritt der Mangel/die Erkrankung des Welpen innerhalb der ersten sechs Monate nach Übernahme durch den Käufer auf, so wird per Gesetz vermutet, dass die Erkrankung schon im Zeitpunkt der Übergabe vorhanden war.

Die Folge: Nun muss der Verkäufer beweisen, dass er einen gesunden Welpen verkauft hat.

  1. Tritt der Mangel nach sechs Monaten bis zum 24. Monat auf, so muss der Käufer beweisen, dass die Erkrankung bereits beim Zeitpunkt der Übergabe des Hundes vorhanden war bzw. genetisch angelegt war.

Die Folge: Der Käufer muss beweisen, dass der Hund schon beim Kauf und Übergabe krank war, bzw. den genetischen Defekt in sich trug.

Diese Beweisf√ľhrung ist oftmals √§u√üerst schwierig.

Im Falle der kaufrechtlichen Gew√§hrleistung hat der K√§ufer die M√∂glichkeit vom Vertrag zur√ľckzutreten. Dann muss er den Welpen an den Verk√§ufer zur√ľckgeben und erh√§lt im Gegenzug unter anderem den Kaufpreis zur√ľckerstattet.

Oder aber er hat die Möglichkeit den Kaufpreis zu mindern und/oder Ersatz des entstandenen Schadens (meist die Tierarztkosten) zu verlangen.

Die Kaufpreisminderung kann dabei neben dem Schadensersatz verlangt werden.

Ein R√ľcktritt schlie√üt rechtlich die weitere Geltendmachung von Minderung und Schadensersatz aus.

Viele Hundek√§ufer wollen nicht vom Vertrag zur√ľcktreten, da sie sich an den Welpen als Familienmitglied gew√∂hnt haben und w√§hlen daher Minderung und/oder Schadensersatz.

Der K√§ufer ist auch gesetzlich nicht verpflichtet, den Welpen an den Z√ľchter zur√ľckzugeben, da er bereits eine Bindung zum Welpen aufgebaut hat.

Die Minderung des Kaufpreises kompensiert dabei den Mangel des Welpen. Der K√§ufer erh√§lt einen Teil des Kaufpreises wieder zur√ľck und beh√§lt daf√ľr den dauerhaft kranken Welpen.

Wie hoch die Kaufpreisminderung ausfällt, ist ebenfalls eine Frage des Einzelfalles.

Wenn der Tierarzt nun eine Erkrankung festgestellt hat, stellt sich weiterhin die Frage, ob es einer heilbare oder eine unheilbare Erkrankung ist. Heilbar ist eine Erkrankung, bei der der Welpe nach Abschluss der Behandlung v√∂llig gesund und damit in ‚Äěvertragsgem√§√üen Zustand‚Äú ist.

Unheilbar ist die Erkrankung, wenn sie zwar behandelt und die Krankheitsfolgen gelindert werden können, der Welpe jedoch nicht völlig geheilt werden kann.

Diese Unterscheidung ist f√ľr den K√§ufer bei der Geltendmachung der Anspr√ľche elementar wichtig.

Bei unheilbaren Erkrankungen stehen dem Käufer Kaufpreisminderung und gegebenenfalls auch Schadensersatz zu; bei heilbaren Erkrankungen meist nur der Schadensersatz.

Da der Welpe nach der Behandlung wieder gesund ist, weist er zuk√ľnftig keinen dauerhaften Mangel mehr auf.

Verbleibt ein dauerhafter Schaden, steht dem K√§ufer ein zumindest teilweiser Kaufpreisr√ľckzahlungsanspruch in Form der Minderung zu.

Aus diesem Grund wird die Minderung auch verschuldensunabh√§ngig gew√§hrt, d.h. es kommt nicht darauf an, ob der Z√ľchter den Mangel kannte oder h√§tte kennen m√ľssen.

Der K√§ufer hat den vollen Kaufpreis f√ľr den Welpen gezahlt, dieser hat aber nicht den vollen Wert. Als Kompensation dient hierbei die Kaufpreisminderung.