Fiktive Schadensabrechnung auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens

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Der Gesch√§digte ist grunds√§tzlich berechtigt, fiktiv seinen Schadenersatzanspruch gegen√ľber dem Haftpflichtversicherer des unfallverursachenden Pkw geltend zu machen. Er muss keine Reparaturrechnung vorlegen. In der Regel wird der Anspruch durch Vorlage eines Sachverst√§ndigengutachtens begr√ľndet. Der in Anspruch genommene Versicherer pr√ľft in der Regel das Sachverst√§ndigengutachten des Gesch√§digten durch eigene Pr√ľfinstitute. Es kommt dann sehr h√§ufig zu K√ľrzungen, insbesondere betreffend Stundenverrechnungss√§tze, Beilackierungskosten, UPE-Aufschl√§ge, anderweitige g√ľnstigere Reparaturwege durch sogenannte Referenzwerkstatt.

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 18.02.2020, Az. VI ZR 115/19 der Rechtsauffassung eines Gesch√§digten entsprochen und den Rechtsstreit an die Vorinstanz zur√ľckverwiesen zur Kl√§rung der Frage, inwieweit die vom Haftpflichtversicherer benannte Referenzwerkstatt zum Zeitpunkt der Entscheidung durch das Gericht noch die gleichen Preise habe. Es m√ľsse zugunsten des Kl√§gers gekl√§rt werden, ob sich die Preise zwischenzeitlich bis zu einer Entscheidung des Gerichts erh√∂ht haben. Da zwischen der Schadenabrechnung und der Entscheidung durch das Prozessgericht durchaus lange Zeitr√§ume, ca. 4 bis 5 Jahre liegen k√∂nnen, wird dies h√§ufig nicht mehr der Fall sein. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass es auf die Preise zum Zeitpunkt der Entscheidung des Gerichts ankommt!

Deshalb sollten die Gesch√§digten stets einen Rechtsanwalt mit der Geltendmachung der Schadenersatzanspr√ľche aus einem Verkehrsunfall beauftragen. Die mit der Schadenregulierung eingehergehenden Rechtsprobleme sind vielf√§ltig und f√ľr einen Laien nicht erkennbar.

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Rechtsanwalt Klaus Leinenweber

Fachanwalt f√ľr Verkehrsrecht