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EuGH stärkt weiter Rechte von Flugpassagieren

Mit Urteil vom 06.10.2022, Rs. C-436/21 entschied der europ√§ische Gerichtshof, dass Flugg√§ste auch einen Anspruch auf Entsch√§digung haben, wenn der Flug durch mehrere verschieden Flugairlines durchgef√ľhrt wird.

Nach Auffassung des EuGH handelt sich dabei um „direkte Anschlussfl√ľge“, auch wenn die Luftfahrtunternehmen rechtlich in keiner Verbindung stehen.

Der Reisende flog im konkreten Fall von Stuttgart nach Kansas City. Dabei musste er zweimal umsteigen und wurde aufgrund dessen durch 3 verschieden Airlines auf dem Hinflug befördert. Er kam in Kansas City jedoch mit 4 Stunden Verspätung an und begehrte vor diesem Hintergrund eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Der EuGH bejahte im Grundsatz einen Entsch√§digungsanspruch, da die Fl√ľge als einheitlicher Vorgang zu betrachten seien. Dies gelte jedoch nur f√ľr den Fall, dass den Fl√ľgen eine einheitliche Buchung zugrunde liegt, ein Gesamtpreis in Rechnung gestellt und ein einheitlicher Flugschein ausgegeben wurde.

Somit k√∂nnen Reisende auch bei Teilfl√ľgen unter den o.g. Umst√§nden einen Anspruch auf Entsch√§digung haben.

 

        Mitgeteilt von RA Dr. Schmidt